CfP und Tagung: 32. Jahrestagung der GKJF

Thema: Kulturelles Gedächtnis reloaded? (Re-)Inszenierungen von Erinnerung in Kinder- und Jugendmedien 

Tagungsort: Arbeitnehmer-Zentrum, Königswinter
Termin: 30.5. bis 1.6. 2019

„Verinnerlichte Vergangenheit findet ihre Form in der Erzählung“. (Jan Assmann)

Der Blick in die Vergangenheit erfreut sich nicht nur auf dem Buchmarkt einer bemerkenswerten Popularität, sondern ist in allen Medien stark präsent: Das Spektrum reicht von so unterschiedlichen Formaten wie den (umstrittenen) Geschichtsdokumentation Guido Knopps über Fernsehserien wie Babylon Berlin, über historische Romane wie Hertha Müllers Atemschaukel oder Daniel Kehlmanns Tyll bis hin zu Computerspielen wie Through the Darkest Time. Die gesellschaftliche Bedeutung der – im Unterschied zum Gedächtnis – eher präsentischen Erinnerung zeigt sich zudem symbolisch in der Verleihung des Friedenspreises des deutschen Buchhandels an die Erinnerungsforscher Aleida und Jan Assmann. Dabei belegt schon das Eingangszitat Assmanns die Untrennbarkeit von Narration und Erinnerung für das kulturelle Gedächtnis, wobei auch in der medialen Re-Inszenierung von Geschichte in Geschichten der klassische Aristotelische Widerspruch von ‚objektiver‘ Geschichtswissenschaft und Dichtung zwischen den Polen Referenzialität und einem neuen Interesse am vermeintlich Authentischen sowie der Fiktionalisierung von Fakten zum Tragen kommt.

Dieser Widerspruch gilt auch bzw. in besonderem Maße für die geschichtserzählenden Kinder- und Jugendmedien in ihrem spezifischen Spannungsfeld von ästhetischer und (latenter) historischer (pädagogischer oder ideologischer) Horizontbildung und -erweiterung, die stetig neu kontextualisiert, revidiert und aktualisiert werden, aber auch und in weiteren Dimensionen für das (auto-)biographische Erzählen. Daher setzt es sich die 32. Tagung der Gesellschaft für Kinder- und Jugendliteraturforschung (GKJF) zum Ziel, diesen Veränderungen der ästhetischen Verfahren und der Erinnerungsgegenstände nachzuspüren. Dabei sollen neben den epischen kinder- und jugendliterarischen Traditionsmedien – erzählende Literatur, historische und zeitgeschichtliche Romane, (autofiktionale) Biographien – sowie Drama und Lyrik auch Bilderbücher, Comics, Filme und Serien oder Computerspiele in den Blick genommen werden.

Mögliche Themen – immer mit Bezug auf die Kinder- und Jugendmedienforschung – sind:

 Positionen der Forschung

 Medien und Formen der Erinnerung

 national/international/transnational tradierte und neue Gegenstände geschichtserzählender Kinder- und Jugendmedien (in diachroner und synchroner Perspektive) wie bspw. Kriege, Revolution, Holocaust, Flucht und Vertreibung, Staatengründungen, Mauerbau, Mauerfall und Deutsche Einheit, Europäische Einigung, Globalisierung

 (inter-)generationelle Kommunikation / generationelle Ordnung

 Progressionen/Regressionen dominanter Wertungsmuster und ethische Dimensionen von Geschichtsfiktionen

 Narrative und ästhetische Strategien / Kontinuitäten, Veränderungen, Entwicklungen

 Genrehybridisierungen/Gattungstransgressionen (Zeitreiseromane, historische Kriminalromane etc.)

 Unzuverlässigkeit der Erinnerung bzw. (Grenzen der) Erfindung von Erinnerung / Zeitzeugenschaft

 Autobiographisches und biographisches Schreiben

 Kindheit und Jugend erinnern

 Deutungshoheit, Kanonisierung, Gegengedächtnis in unterschiedlichen Gesellschaftsformen

Die GKJF hofft auf Ihr reges Interesse und bittet um Zusendung von Vortragsangeboten (von maximal 30 Minuten Dauer) bis zum 11.01.2019.

Ihrem Vorschlag sollte ein kurzer Aufriss des Vortragsthemas beigefügt sein.

(Quelle: Aussendung GKJF)

CfP "Fachzeitschrift für KJL-Literatur"

CfP - Fachzeitschrift für KJL-Literatur

Fragestellung aus Sicht der aktuellen KJL-Forschung: 
Wie spiegelt sich der Körper in der deutschsprachigen Kinder- und Jugendliteratur der Gegenwart? 
Die Beiträge sollten die Darstellungen des Körpers in der internationalen Kinder- und Jugendliteratur, in Filmen und Serien für Kinder und Jugendliche untersuchen sowie die Werte und das Wissen, welche diese dem Leser/Zuschauer vermitteln.

Die Universität Besançon-Franche-Comté bzw. deren Forschungszentrum CRIT (EA 3224, Axe 2) möchte im Januar 2019 Beiträge/Aufsätze/Studien zu dieser Fragestellung publizieren und Diskussionen darüber anregen, wie der Körper in der internationalen KJL beschrieben bzw. verschwiegen wird. Gibt es im Laufe der Zeit eine Entwicklung in der Repräsentation des Körpers von Kindern und Jugendlichen, die über die bloße Dokumentation stereotyper Repräsentationen hinausgehen?

Folgende Aspekte können in den Beiträgen/Aufsätzen/Studien aufgegriffen werden:

das Bild des eigenen Körpers (Identität, Geschlecht)

  - der Blick des Anderen auf den Körper (Objekt / Subjekt, Anziehung / Abstoßung)

  - der tabuisierte, verschleierte Körper / der nackte, enthüllte Körper

  - der kranke, missgebildete, missbrauchte Körper / der gesunde, athletische, leistungsfähige Körper

  - das Körperbild in Erzählungen, Comicstrips, Manga, Filmen, Serien, usw.)

  - der Körper in der Fantasy, Science-Fiction (Cyborgs, Spektralkörper, Geister, Vampire, usw.)

- Welcher Körper für welchen Heroismus?

- Die Verbalisierung der Körperlichkeit

Es wird gebeten, der Redaktion themenbezogene Beiträge/Aufsätze/Studie in deutscher oder englischer Sprache (ca. 45000-55000 Zeichen; WORD-Datei) sowie Angaben zu Ihren Forschungsgebieten und Ihrer institutionellen Einbettung bis zum 15.10.2018 an folgende E-Mail-Adresse zu schicken: r.atzenhoffer@unistra.fr

Wünschenswert wären auch Angaben zu eigenen Publikationen zum Themengebiet KJL. Die eingesandten Beiträge werden begutachtet. Eine Benachrichtigung über die Annahme des Beitrags erfolgt bis zum 1. November 2018.

CfP

(Quelle: CfP)