CfP: Vergessene österreichische Kinder- und Jugendliteratur

Call for Papers:
Vergessene österreichische Kinder- und Jugendliteratur

Die Österreichische Gesellschaft für  Kinder- und Jugendliteraturforschung (ÖG-KJLF) plant im Rahmen ihrer Schriftenreihe „Kinderliteraturforschung in Österreich“ eine Fortsetzung des Bandes „Kinderliteratur als kulturelles Gedächtnis. Beiträge zur historischen Schulbuch-, Kinder- und Jugendliteraturforschung 1“

Der Fokus dieses Bandes liegt auf jener österreichischen  Literatur für Kinder, bzw. Jugendliche, die in Vergessenheit geraten ist. Die Gründe dafür können sehr vielfältig sein und reichen von wirtschaftspolitischen Gegebenheiten – so werden auch beispielsweise Werke hoher Qualität unter ungünstigen finanziellen Rahmenbedingungen nicht erneut aufgelegt – über Ausgrenzung und Verdrängung von Autorinnen und Autoren ins Ausland, wie etwa in der Zeit des Nationalsozialismus, bis zu Werken, deren Urheberinnen und Urheber unbekannt blieben.

Abstracts können u.a. zu folgenden Themen eingereicht werden:

  • Kinder- und Jugendliteratur – der unberechenbare Markt
  • Werke für Kinder und /oder Jugendliche als Teil der österreichischen Kulturgeschichte
  • Verbotene, verdrängte und schließlich vergessene KJL
  • Das Verlagswesen  und sein Anteil an der Kurz-, bzw. Langlebigkeit von Kinder- und Jugendliteratur
  • Beispiele an zu Unrecht vergessener Literatur für Kinder und/oder Jugendliche
  • Halten Übersetzungen die Kinder-/Jugendliteratur am Leben?
  • Über Zufallsfunde in Nachlässen – über jene Manuskripte, die nie gedruckt wurden
  • Die Rezeption von Kinder-/Jugendliteratur im Ausland - ein Garant für die Langlebigkeit der Werke?
  • Das Erinnern an Illustration - inwieweit tragen Bilder in Kinder-/Jugendliteratur zum Verbleib im kulturellen Gedächtnis bei?
  • Die Erhaltung der Provenienz von Kinderbuchbeständen als Teil des kulturellen Gedächtnisses.
  • Wie wirkt sich die Digitalisierung von Kinder- und Jugendliteratur auf die aktuelle Rezeption von historischer Kinder- und Jugendliteratur aus?

 

Wir freuen uns auf Ihr Abstract (ca. 800 Zeichen inkl. Leerzeichen) und max. 300 Zeichen Kurzbiografie bis zum 15. Dezember 2018.

Bei Annahme des Abstracts erwarten wir Ihren Beitrag (30 000 bis 50 000 Zeichen (inkl. Leerzeichen, Literaturverzeichnisse und Fußnoten)) bis zum 31. Mai 2019.

Bitte schicken Sie Ihr Abstract und Ihre Kurzbiografie an: oegkjlf@univie.ac.at

 

Das Herausgeberteam (alle Universität Wien)

Mag. Dr. Susanne Blumesberger, MSc
ao. Univ.-Prof. Mag. Dr. Wynfrid Kriegleder
Univ.-Doz. Mag. Dr. Ernst Seibert

CfP


CfP und Tagung: 32. Jahrestagung der GKJF

Thema: Kulturelles Gedächtnis reloaded? (Re-)Inszenierungen von Erinnerung in Kinder- und Jugendmedien 

Tagungsort: Arbeitnehmer-Zentrum, Königswinter
Termin: 30.5. bis 1.6. 2019

„Verinnerlichte Vergangenheit findet ihre Form in der Erzählung“. (Jan Assmann)

Der Blick in die Vergangenheit erfreut sich nicht nur auf dem Buchmarkt einer bemerkenswerten Popularität, sondern ist in allen Medien stark präsent: Das Spektrum reicht von so unterschiedlichen Formaten wie den (umstrittenen) Geschichtsdokumentation Guido Knopps über Fernsehserien wie Babylon Berlin, über historische Romane wie Hertha Müllers Atemschaukel oder Daniel Kehlmanns Tyll bis hin zu Computerspielen wie Through the Darkest Time. Die gesellschaftliche Bedeutung der – im Unterschied zum Gedächtnis – eher präsentischen Erinnerung zeigt sich zudem symbolisch in der Verleihung des Friedenspreises des deutschen Buchhandels an die Erinnerungsforscher Aleida und Jan Assmann. Dabei belegt schon das Eingangszitat Assmanns die Untrennbarkeit von Narration und Erinnerung für das kulturelle Gedächtnis, wobei auch in der medialen Re-Inszenierung von Geschichte in Geschichten der klassische Aristotelische Widerspruch von ‚objektiver‘ Geschichtswissenschaft und Dichtung zwischen den Polen Referenzialität und einem neuen Interesse am vermeintlich Authentischen sowie der Fiktionalisierung von Fakten zum Tragen kommt.

Dieser Widerspruch gilt auch bzw. in besonderem Maße für die geschichtserzählenden Kinder- und Jugendmedien in ihrem spezifischen Spannungsfeld von ästhetischer und (latenter) historischer (pädagogischer oder ideologischer) Horizontbildung und -erweiterung, die stetig neu kontextualisiert, revidiert und aktualisiert werden, aber auch und in weiteren Dimensionen für das (auto-)biographische Erzählen. Daher setzt es sich die 32. Tagung der Gesellschaft für Kinder- und Jugendliteraturforschung (GKJF) zum Ziel, diesen Veränderungen der ästhetischen Verfahren und der Erinnerungsgegenstände nachzuspüren. Dabei sollen neben den epischen kinder- und jugendliterarischen Traditionsmedien – erzählende Literatur, historische und zeitgeschichtliche Romane, (autofiktionale) Biographien – sowie Drama und Lyrik auch Bilderbücher, Comics, Filme und Serien oder Computerspiele in den Blick genommen werden.

Mögliche Themen – immer mit Bezug auf die Kinder- und Jugendmedienforschung – sind:

 Positionen der Forschung

 Medien und Formen der Erinnerung

 national/international/transnational tradierte und neue Gegenstände geschichtserzählender Kinder- und Jugendmedien (in diachroner und synchroner Perspektive) wie bspw. Kriege, Revolution, Holocaust, Flucht und Vertreibung, Staatengründungen, Mauerbau, Mauerfall und Deutsche Einheit, Europäische Einigung, Globalisierung

 (inter-)generationelle Kommunikation / generationelle Ordnung

 Progressionen/Regressionen dominanter Wertungsmuster und ethische Dimensionen von Geschichtsfiktionen

 Narrative und ästhetische Strategien / Kontinuitäten, Veränderungen, Entwicklungen

 Genrehybridisierungen/Gattungstransgressionen (Zeitreiseromane, historische Kriminalromane etc.)

 Unzuverlässigkeit der Erinnerung bzw. (Grenzen der) Erfindung von Erinnerung / Zeitzeugenschaft

 Autobiographisches und biographisches Schreiben

 Kindheit und Jugend erinnern

 Deutungshoheit, Kanonisierung, Gegengedächtnis in unterschiedlichen Gesellschaftsformen

Die GKJF hofft auf Ihr reges Interesse und bittet um Zusendung von Vortragsangeboten (von maximal 30 Minuten Dauer) bis zum 11.01.2019.

Ihrem Vorschlag sollte ein kurzer Aufriss des Vortragsthemas beigefügt sein.

(Quelle: Aussendung GKJF)