Troisdorfer Kolloquium zur Geschichte des Kinderbuches am 5.4.2019

Ein Bericht von Susanne Blumesberger

Bereits zum 13. Mal hat heuer im Bilderbuchmuseum in der Burg Wissem das jährliche Treffen von AntiquarInnen, SammlerInnen und ForscherInnen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, der sog. D-A-CH-Region, stattgefunden, um neue Vorhaben und Forschungsergebnisse zu präsentieren und miteinander zu diskutieren.

Von Carola Pohlmann, Leiterin der Kinder- und Jugendbuchabteilung der Staatsbibliothek zu Berlin, moderiert, stellten alle TeilnehmerInnen sich und ihre Projekte vor. Schwerpunkte waren unter anderem die Themen Digital Humanities und die Erhöhung der Sichtbarkeit der Forschung, mit einem Schwerpunkt auf der Steigerung der Bekanntheit von historischen Werken und anderen (sonst nur schwer zugänglichen) Quellen. Zugleich wurde aber auch beklagt, dass die historische Kinder- und Jugendliteraturforschung an den deutschen und österreichischen Universitäten zu wenig präsent ist. Bisherige Forschungen zu diesem Thema werden von Studierenden, auch durch die angespannte Betreuungssituation und die hohe Studierendenzahl, kaum wahrgenommen.

Die Erforschung der kinder- und Jugendliteratur aus der früheren DDR stand ebenfalls im Fokus, mehrere Projekte und Ausstellungen beschäftigen sich derzeit damit. Auch die projektbasierte Aufarbeitung der während der NS-Zeit erschienen KJL wurde in Beiträgen aus Deutschland und Österreich erwähnt.

Wichtig für die Forschung, so wurde hervorgehoben, seien zudem Kataloge mit Kommentaren und Sekundärliteratur. Auch SammlerInnen sind auf reich ausgestattete Kataloge von Antiquaren angewiesen. Institutionen, wie das Bilderbuchmuseum in Troisdorf, tragen ebenfalls zum Interesse an historischer Kinderliteratur bei. Berichtet wurde auch über den Aufbau diverser Datenbanken und die Aufarbeitung von Nachlässen. Publikationen wurden ebenfalls vorgestellt, unter anderem der „Atlas der Schweizer Kinderliteratur“ und die 50. Ausgabe der Zeitschrift „libri liberorum“ mit dem geradezu ideal zur obigen Schwerpunktsetzung passenden Thema „Kinderliteratur in Wien um 1800“.

Wie jedes Jahr gab es auch heuer wieder einige Präsentationen. Jutta Reusch von der Internationalen Jugendbibliothek stellte die Levy Müller Sammlung vor; Karin Vach, Pädagogische Hochschule Heidelberg, sprach über Bilderbuchrezeption und emotionale Entwicklung; Sebastian Schmideler, Universität Leipzig, über Johann Michael Voltz, einen vergessenen Grafiker und Kinderbuchillustrator und Susanne Blumesberger, ÖG-KJLF,  zum Thema „Barbara Netuschil und ihre Belehrungen der weiblichen Jugend. Eine fast vergessene Quelle“.

Im Anschluss an die sehr spannende und netzwerkfördernde Veranstaltung konnte noch das Bilderbuchmuseum besichtigt werden, das unter anderem auch das Janosch-Zentrum beherbergt.


Wanderausstellung: Guten Tag, lieber Feind!

Quelle: Aussendung

Bilderbücher für Frieden und Menschlichkeit

Wanderausstellung der Internationalen Jugendbibliothek Schloss Blutenburg im IVK (Internationaler Verein Kapfenberg)

Ausstellungseröffnung: 24. Mai, 19:30 Uhr
Ausstellungsdauer: 24. Mai bis 24. Juni 2019
Ort: Internationaler Verein Kapfenber (IVK), 12.- Februar-Straße 6, 8605 Kapfenberg

Eintritt: frei

Anmeldung zur Besichtigung der Ausstellung erfoderlich unter: sviatlana.kuzniatsova@aon.at

Weitere Indormationen finden Sie hier.


Ausstellung: "Märchen - Mythen - Phantastische Welten"

Bildwelten - Nicht nur für Kinder
"Märchen - Mythen - Phantastische Welten"
Entdeckungsreise in die Illustrationskunst im Kinderbuch der DDR und der BRD

Ausstellung der Deutschen Akademie für Kinder- und Jugendliteratur

Ausstellungsdauer: 27. April bis  9. Juni 2019
Ort: Barockscheune Volkach, Weinstraße 7, D-97332 Volkach

Fleyer
Weitere Informationen erhalten Sie hier.

Museum Barockscheune Volkach, Weinstraße 7, 97332 Volkach statt.
Öffnungszeiten: Freitag, 14-17 Uhr, Samstag/Sonntag/Feiertag, 11-17 Uhr

kuratiert von Dr. Jana Mikota und Prof. Dr. Karin Richter

(Quelle: Aussendung, Homepage Dt. Akademie KJL)


Jahrbuch 2018 Open Access

Jahrbuch der Gesellschaft für Kinder- und Jugendliteraturforschung 2018 | GKJF

Thema: 1968

Im Mittelpunkt dieser Ausgabe steht das Thema 1968. Die Aufsätze greifen die vielfältigen kinder- und jugendliterarischen Implikationen dieses Themenkomplexes sowohl aus theoretischer wie gegenstandsorientierter Perspektive in unterschiedlichen medialen Gestaltungsformen auf, stellen sie, dank der internationalen Beiträge, in europäische Kontexte und reflektieren ihre Bedeutung für die heutige Kinder- und Jugendkultur.

Neben dieser Schwerpunktsetzung erweitern Fachbeiträge zu Theorie und Geschichte der Kinder- und Jugendliteraturforschung sowie ein umfänglicher Rezensionsteil zu aktueller Fachliteratur die 200 Seiten starke Ausgabe.

Unter folgendem Link können Sie sich die Beiträge des Jahrbuchs online ansehen.

(Quelle: Aussendung GKJF)


Ernst Seibert: Kindheitsmuster

Ernst Seibert: Kindheitsmuster in der österreichischen Gegenwartsliteratur. 
Zur Genealogie von Kindheit. Ein mentalitätsgeschichtlicher Diskurs im Umfeld von Kindheits- und Kinderliteratur

Frankfurt am Main, Peter Lang Verlag, 2005
Reihe: Kinder- und Jugendkultur, -literatur und -medien, Bd. 38

Mit dem Begriff Kindheitsliteratur wird das Zusammentreffen zweier synchroner Phänomene erörtert, die besonders in der neueren österreichischen Gegenwartsliteratur vermehrt anzutreffen sind: zum einen die Thematisierung von Kindheit und zum anderen die Adressierung literarischer Texte an eine kindliche Leserschaft auch von Autorinnen und Autoren, die an sich nicht zur Kinderliteratur gezahlt werden. Unter diesem Aspekt erscheint es angebracht, die von der allgemeinen Literatur üblicherweise als Subsystem abgetrennte Kinderliteratur als Teil der Kindheitsliteratur zu verstehen und damit gleichzeitig literarische Wertung und pädagogisches Urteil zu entflechten. Dieses Ziel wird in mehreren analytischen Diskursen und in Interpretationen einschlägiger Werke verfolgt.

Das Buch ist über den Peter Lang Verlag erhältlich.