Rückblick auf das Symposium

12.02.2026

„Kinder- und Jugendliteratur aus Österreich im Unterricht“ – Ernst Seibert 80!

Am 16. Jänner 2026 fand an der PH Steiermark das Symposium zur „Kinder- und Jugendliteratur im schulischen Kontext. Perspektiven auf literarische, kulturelle und didaktische Dimensionen“ statt. In diesem Rahmen wurde nicht nur das Studienbuch Kinder- und Jugendliteratur aus Österreich im Unterricht vorgestellt, sondern auch der 80. Geburtstag von Ernst Seibert, dem Gründer der ÖG-KJLF, gefeiert.

Die Herausgeber*innen Sabine Fuchs, Georg Huemer, Gunda Mairbäurl, Ernst Seibert und Marlene Zöhrer stellten zu Beginn der Veranstaltung das Studienbuch vor. Die Beiträge in dieser Ausgabe des didacticum legen den Fokus bewusst auf das Medium Buch. Es werden aktuelle Werke, die seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs in Österreich entstanden sind, vorgestellt. Die ausgewählten Werke besitzen nach wie vor Relevanz für junge Lesende und eignen sich für das Studium und für den schulischen Deutschunterricht. Dafür wurden dreizehn Autor*innen und ausgewählte Werke herangezogen. Neben fachwissenschaftlichen Analysen finden die Leser*innen auch didaktische Impulse. Den Herausgeber*innen und Verfasser*innen ist es gelungen, Traditionslinien österreichischer KJL, sowie literarische Handlungssysteme, bzw. Rahmenbedingungen, unter denen sich die KJL in Österreich nach dem Zweiten Weltkrieg entwickelte und heute weiterentwickelt, sichtbar zu machen. Ziel des didacticum, das in Zukunft erweitert werden soll, ist eine intensive Auseinandersetzung mit Schriftkultur, kultureller Identität und Bildung. Nicht zuletzt soll es auch Impulse für eine (Re-)Lektüre geben, unter anderem unter einer diskriminierungs- und rassismuskritischen Perspektive. Neben Biografien der Autor*innen und Textanalysen werden auch didaktische Überlegungen und Vorschläge für den Unterricht angeboten. Die Herausgeber*innen stellten, moderiert von Marlene Zöhrer (PH Steiermark, Leiterin des KiJuLit), die Idee dahinter und den Entstehungsprozess vor.

Der zweite Teil, vor dem Jubilar erfolgreich geheim gehalten, wurde vor allem von Gunda Mairbäurl und Sabine Fuchs akribisch vorbereitet und von Heidi Lexe (STUBE) gekonnt moderiert. Petra Josting (Bielefeld), Sebastian Schmideler (Berlin) und Herbert Zeman (Wien) trugen nicht nur kompetent und fundiert vor, sondern gaben zugleich einen Einblick in ihre langjährige Zusammenarbeit mit Ernst Seibert. Petra Josting sprach über „Diskurse der Zeitgeschichte im Jugendbuch der 1960er Jahre im deutschsprachigen Raum“, Sebastian Schmideler gab den Zuhörer*innen einen tiefen Einblick in das Thema „Leopold Chimani (1774-1844) und das Biedermeier des Kinder- und Jugendbuchs in Österreich“ und Herbert Zeman, Doktor- und Habilitationsvater von Ernst Seibert, erweiterte die Perspektive um den Aspekt der Musik. Anschließend folgte eine Darstellung der Geschichte der Österreichischen Gesellschaft für Kinder- und Jugendliteraturforschung, die voriges Jahr ihr 25. Jubiläum gefeiert hatte, durch Sabine Fuchs, eine der Mitbegründer*innen, Gunda Mairbäurl, die ab 2003 in den Vorstand der Gesellschaft kam und wesentlich mitgestaltete, sowie Susanne Blumesberger, die 2013 den Vorsitz übernahm. Anhand dieser Berichte wurde deutlich, wie Ernst Seibert durch sein Talent zum Vernetzen und Motivieren, durch seine zahlreichen Kontakte und sein fundiertes und breites Wissen einen Bereich an der Universität Wien, bzw. in Österreich ins Leben gerufen hat, der davor nicht, bzw. nicht annähernd in der heutigen Form bestanden hat. Es folgten Grußworte, unter anderem von Tamara Bučková (Prag), Andrea Mikulasova (Bratislava), ein Onlinegrußwort von Claudia M. Pecher (Präsidentin der Deutschen Akademie für Kinder- und Jugendliteratur) und zahlreiche Bilder von Ausstellungen, Tagungen, Buchpräsentationen, die von Ernst Seibert initiiert oder mit ihm gemeinsam durchgeführt wurden. Langjährige Webgebleiter*innen waren ebenso zu sehen, aber auch sehr frühe Zeugnisse der Zusammenarbeit, bzw. Bekanntschaft mit Ernst Seibert, wie etwa Heidi Lexes erste Proseminararbeit und eine Mitschrift einer Lehrveranstaltung bei Ernst Seibert aus dem Jahr 1988.

Nicht zuletzt gab es am Ende dieses sehr informativen, persönlichen und auch berührenden Symposiums noch zwei Überraschungen. Gunda Mairbäurl und Sabine Fuchs erstellten einen Eintrag in Wikipedia für Ernst Seibert und die zweite ... wird noch nicht verraten!

 

Ein Bericht von Susanne Blumesberger

Zu diesem Symposium finden Sie einen Rückblick des KuJuLit Zentrums sowie der PH Burgenland.

Fotos: PHSt / Philip Rauter